B2 | Step 01: First practical example: How to read

Practical example

Now let's apply this approach to your first German text. Don't panic. I'll guide you through the process step by step.


0 | Make yourself familiar here with the vocab of this chapter

Play 20-30mins with Memrise before starting with this lesson. B2 is a massive step up in regard of vocab and sentence structure. You need to know your words at least to some extent. As usual the aim is never 100% mastery but familiarity.

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1 | Quickly browse the text below for a quick overview of its message

Gastfreundschaft

Als Deutschland 2006 das Gastgeberland der Weltmeisterschaft war,
herrschte ein reges Treiben.
Es wurden diverse Sicherheitsvorkehrungen getroffen
und zahlreiche Bauarbeiten getätigt.
Bestehende Stadien wurden umgebaut und sicherer gemacht.
In München, Leipzig, Köln und Hamburg wurden neue Stadien gebaut.
Die Infrastruktur im Umkreis der Stadien wurde verbessert.
Denn die Deutschen lieben es,
als besonders organisiert bejubelt zu werden.
Man plante die Fassaden ganzer Städte von ihrem alten Grau zu befreien und,
ähnlich wie im freundlichen Italien,
alles in warmen Pastelltönen zu streichen.
Man lockerte die Auflagen für Cafés und Kneipen,
so dass auch in trüben Ecken mancher Städte
in den frühen Abendstunden ein lustiges Treiben zu sehen war.
Ja, Deutschland hatte endlich einmal die Chance so zu tun,
als wäre es fast so entspannt wie seine südlichen Nachbarn.
Und als dann die WM ihren Lauf nahm,
schlugen die Herzen nicht nur wegen der geschossenen Tore höher,
sondern auch, weil sich ein freundliches, neues Gefühl bemerkbar machte:
Man fühlte sich wohl!
Und noch schöner: Alle schienen sich wohl zu fühlen!
Als dann der Herbst kam und
man die Fahnen peinlich berührt in irgendwelchen Schubladen verstaute,
da wurde das Gastgeberland fast wieder so wie vorher:
ruhig, nüchtern und strebsam.
Aber etwas blieb:
Sieht der Deutsche nun ratlose Touristen an Straßenecken stehen,
spricht er sie mutig auf Englisch an
und fragt, ob sie Hilfe brauchen.
Wenn er dann in deutscher Präzision
den kürzesten Weg zur nächsten öffentlichen Toilette
oder zum Fernsehturm beschrieben hat,
entfernt er sich mit klopfendem Herzen.
Er lächelt und sagt sich selig:
Weil wir es können.
Freundlich zu unseren Gästen sein.


2 | Read the text in EN for understanding - Visualize it when and where possible

Hospitability

When Germany hosted the Football World Cup in 2006,
the country hummed with activity.
Various security measures were taken
and numerous construction sites erected.
Existing stadiums were rebuilt and made safer.
New stadiums were built in Munich, Leipzig, Cologne and Hamburg.
The infrastructure around the stadiums was improved.
Because the Germans love
to be thought of as being particularly organized.
The plan was to liberate the facades of entire cities from their old grey and,
similar to friendly Italy,
to paint everything in warm pastel tones.
The licensing restrictions for cafes and pubs were eased,
such that even in the gloomiest corners of some cities
a peculiar bustle could be found in the early evening.
Yes, Germany finally had the chance to pretend
as though it were almost as relaxed as its southern neighbours.
And when the World Cup ran its course,
not only did the hearts beat faster with the goals scored,
but also because a friendly, new feeling was noticeable:
It felt good!
And better still: everyone seemed to feel good!
When autumn came and
people put their flags away, somewhat embarrassed, into their drawers,
the host country almost became as it had been before:
calm, sober and assiduous.
But something remained:
Now, whenever a German sees a helpless tourist on the street,
he addresses them courageously in English
and ask whether they need help.
If he then describes, with German precision,
the shortest way to the nearest public toilet or to the television tower
he leaves with a beating heart.
He smiles and says blissfully to himself:
Because we can
be friendly to our guests.


3 | Read again for deeper processing

Gastfreundschaft

Als Deutschland 2006 das Gastgeberland der Weltmeisterschaft war,
herrschte ein reges Treiben.
Es wurden diverse Sicherheitsvorkehrungen getroffen
und zahlreiche Bauarbeiten getätigt.
Bestehende Stadien wurden umgebaut und sicherer gemacht.
In München, Leipzig, Köln und Hamburg wurden neue Stadien gebaut.
Die Infrastruktur im Umkreis der Stadien wurde verbessert.
Denn die Deutschen lieben es,
als besonders organisiert bejubelt zu werden.
Man plante die Fassaden ganzer Städte von ihrem alten Grau zu befreien und,
ähnlich wie im freundlichen Italien,
alles in warmen Pastelltönen zu streichen.
Man lockerte die Auflagen für Cafés und Kneipen,
so dass auch in trüben Ecken mancher Städte
in den frühen Abendstunden ein lustiges Treiben zu sehen war.
Ja, Deutschland hatte endlich einmal die Chance so zu tun,
als wäre es fast so entspannt wie seine südlichen Nachbarn.
Und als dann die WM ihren Lauf nahm,
schlugen die Herzen nicht nur wegen der geschossenen Tore höher,
sondern auch, weil sich ein freundliches, neues Gefühl bemerkbar machte:
Man fühlte sich wohl!
Und noch schöner: Alle schienen sich wohl zu fühlen!
Als dann der Herbst kam und
man die Fahnen peinlich berührt in irgendwelchen Schubladen verstaute,
da wurde das Gastgeberland fast wieder so wie vorher:
ruhig, nüchtern und strebsam.
Aber etwas blieb:
Sieht der Deutsche nun ratlose Touristen an Straßenecken stehen,
spricht er sie mutig auf Englisch an
und fragt, ob sie Hilfe brauchen.
Wenn er dann in deutscher Präzision
den kürzesten Weg zur nächsten öffentlichen Toilette
oder zum Fernsehturm beschrieben hat,
entfernt er sich mit klopfendem Herzen.
Er lächelt und sagt sich selig:
Weil wir es können.
Freundlich zu unseren Gästen sein..


4 | Read while listening

Listen to the audio below while reading along the text above. This way you'll learn how the German sounds are written and vice versa.


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